Ein Plädoyer für aristotelische Logik
Geistige Kriegsvorbereitung? Es ist schon interessant, wie sehr die Stimmung einiger Blogger – durchaus plausibel – in die Richtung tendiert, von Russland zu erhoffen, europäische Kriegsstätten anzugreifen, in welcher Form auch immer. Hier kann einem bescheidenen Friedensaktivisten wie meiner Wenigkeit schon Angst und Bange werden.
Plausibel ist das allemal, weil es einer Denkrichtung in Russland entspricht. Die geradezu irrsinnige Provokationsstrategie der NATO lädt ja dazu ein, und ich sehe das natürlich auch in aller Klarheit. So gesehen ist klar, wer eskaliert und wer provoziert.
Aber zum Teufel: Kommt Euch allen eigentlich die aristotelische Logik abhanden, nur weil Ihr die NATO zu Recht der Kriegstreiberei bezichtigt?

Die Gefahr einer spiegelbildlichen Kriegslogik
Sehnt Ihr Euch in gewisser Weise – nur unter umgekehrten Vorzeichen – ebenfalls in einen Krieg hinein, nur mit den jeweils gegenüberliegenden Argumenten?
Meine hier kurz und prägnant skizzierte These ist eine völlig andere. Ja, auch interessegeleitet – völlig klar.
Russland und China, also der Kern der BRICS, gewinnen den globalen Krieg des Westens gegen die gesamte Menschheit gerade dann, wenn sie erfolgreich deeskalieren und den Imperialismus zur Niederlage und zugleich zu einem (erzwungenen) Frieden zwingen. Gelingt das – trotz aller Wenn und Aber –, dann nicht sofort, nicht schnell, vielleicht quälend langsam. Es wäre ohnehin bemerkenswert, was die Strategen in Moskau und Beijing vollbringen oder vollbrächten.
Ein Angriff auf Europa würde die Eskalation nur beschleunigen
Was glauben denn diejenigen, die auf der BRICS-Seite stehen, was passiert, wenn Russland beispielsweise ein Drohnenwerk in Bayern beschießt oder in Berlin ein politisches Ziel attackiert?
Glaubt tatsächlich jemand, dass ausgerechnet diejenigen, die als hiesige Elite alles zu verlieren haben, dann die Achseln zucken und sagen: „Okay, wir haben verstanden. Jetzt beruhigen wir uns und setzen auf Abrüstung und eine neue europäische Sicherheitsarchitektur.“
Wir müssen ganz im Gegenteil befürchten, dass sie die Vernichtung Westeuropas zumindest billigend in Kauf nehmen und den Krieg weiterführen würden – auch wenn hier nur noch rauchende Trümmer übrig blieben. Denn die Herrschenden haben so viel Dreck am Stecken, dass ihnen selbst das recht sein könnte.
Deeskalation ist der einzige Weg
Ich bete deshalb, dass die Russen die Nerven behalten und nicht auf diese endlosen NATO-Provokationen hereinfallen. Dass sie vielmehr Mittel und Wege finden, aus ihrer Sicht den großen Krieg zu vermeiden – und zwar trotz der Kriegstreiberei der Brüsseler Elite.
Friedensbewegung muss klar Position beziehen
Bei manchen Bloggern habe ich das Gefühl, dass ihnen nicht bewusst ist, dass ein militärischer Schlagabtausch unser Ende bedeuten könnte.
Ich jedenfalls hoffe, dass es nicht so weit kommt.
Die Friedensbewegung in Deutschland muss sich auf eine aristotelische Logik besinnen und auch gegen diese Form der geistigen Kriegsvorbereitung – selbst wenn sie aus dem Kreis der NATO-Kritiker kommt – entschieden Position beziehen.
