Pressemitteilung

BSW-Zerfall in Thüringen: Vertrauen verspielt, politische Stabilität gefährdet

Sachsen-Anhalt und Thüringen brauchen dieBasis im Parlament

Düsseldorf, 4. September 2026 – Der politische Offenbarungseid des BSW in Thüringen ist kaum noch zu übersehen. Nach dem Austritt weiterer Abgeordneter steht die BSW-Fraktion vor ihrer Auflösung. Aus einer ohnehin äußerst knappen Regierungsmehrheit ist eine Minderheitskonstellation geworden. Damit stellt sich die grundsätzliche Frage: Wie lange kann eine Regierung funktionieren, deren parlamentarische Grundlage von den eigenen Koalitionspartnern selbst demontiert wird?

Das BSW war mit dem Versprechen angetreten, eine politische Alternative zu den etablierten Parteien zu sein. Viele Bürgerinnen und Bürger verbanden damit die Hoffnung auf einen politischen Neuanfang. Gerade deshalb wiegt die Entwicklung in Thüringen schwer.

Denn wer eine neue politische Kraft wählt, erwartet vor allem eines: Verlässlichkeit. Wahlentscheidungen dürfen nicht zum Experiment werden, bei dem sich erst nach der Wahl herausstellt, welche politischen Kräfte tatsächlich miteinander arbeiten wollen und welche innerparteilichen Konflikte eine Partei mit in die Parlamente bringt.

Der aktuelle Zerfall der Thüringer BSW-Fraktion macht deutlich, wie weit Anspruch und politische Realität inzwischen auseinanderliegen. Abgeordnete verlassen die Fraktion, die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse brechen weg und eine Landesregierung verliert damit einen wesentlichen Teil ihrer politischen Handlungsfähigkeit.

Thüringen ist ein Weckruf für die Wahl in Sachsen-Anhalt

Das Thüringer Beispiel sollte deshalb auch für die bevorstehenden politischen Entscheidungen in Sachsen-Anhalt ein Weckruf sein.

Wer mit dem Gedanken spielt, aus Protest eine neue Partei zu wählen, sollte sich nicht allein von bekannten Namen oder medienwirksamen Ankündigungen leiten lassen. Entscheidend ist, welche politischen Überzeugungen und Strukturen tatsächlich dahinterstehen, welche Grundsätze eine Partei vertritt und wie sie mit innerparteilichen Konflikten und parlamentarischer Verantwortung umgeht.

Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, vor einer Wahl zu wissen, wofür eine Partei steht – und worauf sie sich nach der Wahl verlassen können. Die basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, steht seit Ihrer Gründung in 2021 verlässlich für Frieden, Freiheit und Mitbestimmung.

Gerade kleinere Parteien werden häufig mit dem Argument beiseitegeschoben, das eine Stimme für sie angeblich „verschenkt“ sei. Dieses Argument ist demokratisch sehr fragwürdig. Jede abgegebene Stimme ist zunächst eine politische Willensbekundung. Ob eine Partei die parlamentarische Hürde überwindet, sollte nicht durch vorweggenommene taktische Wahlentscheidungen entschieden werden, sondern durch die Bürger selbst.

Die aktuellen Vorgänge in Thüringen zeigen jedenfalls eindrücklich, dass vermeintliche politische Erfolgsaussichten keine Garantie für politische Stabilität sind.

Der Wähler hat das letzte Wort

Das politische Angebot sollte deshalb vor jeder Wahl einer nüchternen Prüfung unterzogen werden: Welche Partei steht tatsächlich für die eigenen Überzeugungen? Welche politischen Ziele sind nachvollziehbar? Welche Kandidaten stehen für diese Ziele? Und welche Partei verfügt über die notwendige Geschlossenheit und demokratische Kultur, um ihre politischen Versprechen auch nach der Wahl glaubwürdig zu vertreten?

Der Zerfall des BSW in Thüringen ist dabei ein warnendes Beispiel.

Nicht der lauteste Name sollte den Ausschlag geben. Nicht taktische Wahlüberlegungen sollten die politische Willensbildung ersetzen. Entscheidend sollte sein, welcher politischen Kraft Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme tatsächlich anvertrauen können.

Die Vorgänge in Thüringen zeigen: Politische Glaubwürdigkeit kann man versprechen. Man muss sie aber auch beweisen.

dieBasis Landesverband NRW