Nach dem Krieg: Wie weiter mit Russland?
Der Kreisverband dieBasis Heinsberg und der Landesverband dieBasis NRW lädt für den 18.Oktober 2026 zu den Wegberger Hofgesprächen mit Osteuropahistoriker Alexander Rahr in den Quellenhof nach Heinsberg ein.
Termin: Sonntag, 18.10.2026
Ort: Quellenhof, Rebhuhnweg 33, 41844 Wegberg
Einlass: 15.00 Uhr
Beginn: 16.00 Uhr

Kurzvorstellung Alexander Rahr:
Alexander Rahr, geboren 1959 in Taipeh, ist Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist und einer der bekanntesten deutschen Russland- und Osteuropaexperten. Er studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitete zunächst als Analyst für Radio Liberty und die RAND Corporation. Anschließend war er fast zwei Jahrzehnte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) tätig und leitete dort das Berthold-Beitz-Zentrum mit den Schwerpunkten Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien.
Rahr war über viele Jahre im Petersburger Dialog engagiert und ist Autor zahlreicher Bücher über Russland und die deutsch-russischen Beziehungen, darunter Biografien über Michail Gorbatschow und Wladimir Putin. Er gilt als Verfechter eines Dialogs zwischen Deutschland und Russland und hat sich wiederholt für eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung unter Einbeziehung Russlands ausgesprochen.
Für seine Arbeit wurde Rahr unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zugleich ist seine Nähe zu Russland und insbesondere seine langjährige Tätigkeit im Umfeld russischer Wirtschaftsinteressen Gegenstand kontroverser Diskussionen. Seit 2022 ist er Vorsitzender der Eurasien Gesellschaft in Berlin.
Alexander Rahr gehört zu denjenigen deutschen Russlandkennern, die seit Jahrzehnten für einen kritischen, aber dialogorientierten Blick auf Russland und für eine eigenständige europäische Außen- und Sicherheitspolitik eintreten.
Zum Vortrag
Im Mittelpunkt seines Vortrags steht sein neues Buch „Das Goldene Tor von Kiew“, das 2025 erschienen ist. Rahr hat sich dabei bewusst für die Form eines Politthrillers entschieden. Die Handlung verbindet die aktuelle Situation im Ukraine-Konflikt mit historischen Entwicklungen – von der Kiewer Rus über das Zarenreich und die Sowjetunion bis zur heutigen geopolitischen Auseinandersetzung.
Dabei geht es um weit mehr als eine spannende Geschichte: Rahr stellt unterschiedliche Perspektiven auf den Ukraine-Konflikt gegenüber und hinterfragt verbreitete westliche Deutungen. Er beschäftigt sich mit den Interessen der beteiligten Akteure, der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Russland und dem Westen sowie der Frage, welche Zukunft Europa nach dem Krieg erwarten könnte. Auch die zunehmende Bedeutung neuer globaler Machtzentren wie der BRICS-Staaten und die Frage nach der zukünftigen europäischen Sicherheitsordnung spielen in seinen Überlegungen eine Rolle.
Sein Buch versteht Rahr zugleich als Einladung, eingefahrene Sichtweisen zu verlassen und die Geschichte sowie die gegenwärtigen Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Weitere Referenten und anschließende Diskussion
Im Anschluss an den Vortrag spricht der Vorsitzende von dieBasis NRW, Michael Aggelidis zur aktuellen Situation in Deutschland. Anneliese Fikentscher stellt den Beschluss von dieBasis NRW zur Neutralität Deutschlands vor.
Wir freuen uns auf einen Abend mit Alexander Rahr und auf eine offene Diskussion über die Fragen, die Europa heute und in Zukunft bewegen.
